Kindheit heute

Kinder von heute:
In den vergangenen Jahren hat sich die Kindheit und Jugend deutlich verändert. Die Eindrücke, die auf uns einwirken, sind deutlich vielfältiger geworden und vielfach auch nur sehr schwer kontrollierbar. Kinder reagieren auf diese Veränderungen in unserer Gesellschaft sehr sensibel und die Lehrerinnen und Lehrer werden mit Verhaltensformen der Kinder im Unterricht konfrontiert, die vor zwanzig Jahren noch unvorstellbar waren. Die Ursachen dieser Veränderungen sind vielfältig. Beispielhaft seien genannt:

  • verstärkte Berufstätigkeit der Eltern
  • viele Einzelkinder
  • verstärkter Medienkonsum (Fernsehkonsum, PC, Spielkonsolen, Handys)
  • weniger Lebens- und Spielraum im Freien
  • große Unterschiede in den Lebensbedingungen, in der Erziehung im Elternhaus und in der Entwicklung der Kinder
  • Herkunft der Kinder aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen
  • übergroße materielle Verwöhnung auf der einen Seite und emotionale und soziale Vernachlässigung auf der anderen Seite

Was die Schule leisten kann:
Früher war die Schule überwiegend eine Institution zur Vermittlung von Wissen. Heute wird von der Schule erwartet, dass sie Aufgaben erfüllt, die weit darüber hinausgehen. Neben den klassischen Lerninhalten der Fächer gewinnt besonders das soziale und emotionale Lernen an Bedeutung. Kinder von heute benötigen zunehmend Anleitungen und Trainingsmöglichkeiten für sozial angemessenes Verhalten. Auch dafür brauchen wir Zeit.

Die Lehrerinnen und Lehrer der GS Wiefelstede werden so einerseits den sozialen und emotionalen Bedürfnissen der Kinder gerecht, vermitteln andererseits ein gutes Wissensfundament für die weitere Schullaufbahn. Dieses gelingt nur dann zufrieden stellend, wenn eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule aufgebaut werden kann.

Soziales Miteinander fördern und fordern
Kinder mit unterschiedlichsten Erfahrungen und Lernvoraussetzungen treffen in der Schule zusammen. Das behütete Kind trifft auf das vernachlässigte, das selbstsichere auf das kontaktscheue. In diesem sozialen Miteinander sind alle Kinder auf Anerkennung und Bestätigung durch die Gleichaltrigen und Erwachsenen angewiesen. Angst, Misserfolgserlebnisse und Ausgrenzung schwächen sie und verhindern erfolgreiches Lernen in der Schule. Die Schule wirkt diesen Erfahrungen durch eine Reihe von Maßnahmen entgegen:

  • In der Grundschule wird gemeinsam gelernt.
  • Die Leistungen und Lernfortschritte des einzelnen Kindes werden gewürdigt.
  • Die Kinder bekommen Verantwortung übertragen.
  • Ein gemeinsames Schulleben wird gestaltet (Feste, Feiern, gemeinsames Frühstück, Wandertage und Schulfahrten).

Langeweile aushalten können
Deshalb kann in der Schule auch nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt von allen dasselbe erwartet werden. Die Lehrkräfte der Grundschule Wiefelstede sind Fachleute in der Planung, Anbahnung und Begleitung von Lernprozessen der Kinder. Wir können allerdings den Kindern die Anstrengung des Lernens nicht abnehmen! Auch beim Lernen gibt es manchmal Frust und Langeweile. Diese Seite des Lernprozesses auszuhalten und die damit verbundenen Unlustgefühle zu überwinden, gehören zu den wichtigsten Erfahrungen, die Kinder heute in der Schule nachholen müssen. Im Rahmen einer gezielten Leistungserziehung versuchen wir den Kindern Selbstvertrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit zu vermitteln und die Freude am eigenen Können zu fördern. Dazu ist es notwendig, dass Schule und Elternhaus gemeinsam die Selbstständigkeit und Selbsttätigkeit der Kinder fördern.

Wo die Schule an ihre Grenzen gerät: Lehrerinnen und Lehrer sind keine Therapeuten. Die Grundschule ist in erster Linie ein Ort des gemeinsamen Lernens. Damit dieses erfolgreich und für alle Beteiligten zufrieden stellend ablaufen kann, müssen die Kinder, die unsere Schule besuchen, lernen, wie man sich in der Institution Schule verhält. Wir legen daher großen Wert darauf, dass die Kinder den vorgegebenen Ordnungsrahmen einhalten und ihn nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit überschreiten.

Unser Beratungskonzept soll Ihnen und den Kindern gemeinsam mit den Lehrkräften eine angemessene und individuelle Hilfe anbieten. Mobiler Dienst, schulpsychologischer Dienst, ggf. Beratungslehrer und Vertreter des Jugendamtes helfen Ihnen und uns in schwierigen Situationen.

Wir erwarten aber auch Ihre Mitarbeit.